Mein Life

Einleitung

Diese kleine Biographie soll einen kleinen Einblick in Olliver Olesugen Otubanjos musikalischen Werdegang bringen. Dabei werden zum Teil auch einige Charakterzüge von Olli dargestellt, welche er durch seine Musik ausdrückt. Somit ist dieser Text eine Art erweiterte Disko-Biographie, die sich eigentlich größenteils auf seine musikalischen Veröffentlichungen bezieht und dabei auch einige Charkterzüge von Olliver Olesugen Otubanjo ankratzt. Aber Ollis wahren Charakter zu erfassen, ist nicht ganz so einfach wie man sich das vorstellt, weil Olli ein sehr Vielseitiger Mensch ist und das ganze in einen Text zu packen, kann leicht in ein Buch ausarten. Er selbst bezeichnet sich nämlich als “extremer Extrem-Mensch”, was man in seiner sehr facettenreichen Musik erfahren kann. Die Tatsache, dass er in seinen Tracks die Themen niemals ausgehen, ist ein deutliches Zeichen dafür. Wer aber noch mehr über Olli erfahren möchte, sollte sich einfach mal eins seiner vielen Interviews durchlesen, welche wir auch auf banjofan.de zur Verfügung stellen. Außerdem möchten wir euch das bisher aktuellste Interview bei MTV Overdrive empfehlen.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Biographie nicht den Anspruch erheben will vollständig oder perfekt zu sein. Es ist mehr eine subjektive Darstellung von Ollis Werdegang. Gleichzeitig fordern wir aber alle Fans und Freunde von Olli dazu auf, diesen Text zu kommentieren, zu kritisieren und ganz besonders zu ergänzen. Dazu habt ihr im unteren Bereich dieser Seite die Möglichkeit, oder natürlich auch in unserem Forum. Die Motivation ist es nämlich, der Welt Ollis wahres Gesicht ansatzweise darzustellen. Denn oft ist es so, dass Olli, unserer Meinung nach, zum Teil falsch bewertet wird. Seine Musik wird in Schubladen gesteckt und dadurch erkennen die meisten nicht, was Ollis Musik in Wahrheit so besonders macht. Viele sehen nicht die wertvollen Aussagen und die versteckte Ironie, die er mit einzigartiger Rap-Technik in seine Texte packt. Darüber hinaus ist er einer der wenigen, die Rap wirklich representieren, einer, der den sportlichen Aspekt von Rap auslebt und der durch seine Tracks echten Rap fördert statt aufzuhalten, indem immer nur Trends nachgeeifert werden.

Und natürllich möchte dieser Text dabei ein wenig unterhalten, weshalb der Stil eher legere gehalten ist.

In diesem Sinne wünscht euer BanjoFan.de Team euch viel Spaß beim lesen

Kindheit

Olliver Otubanjo wurde 12.01.1977 in Heidelberg geboren, verbringt aber 26 Jahre in Aschaffenburg und lebt seit 2003 in seiner neuen Wahlheimat Köln. Mit 9 Jahren bekommt er Gitarrenunterricht, und hört dementsprechend gerne Heavy Metal-Platten von Judas Priest oder King Diamond. Dieser Einfluss wird heutzutage auch in seiner Pallette an Favourites deutlich: Neben A Tribe Called Quest, Eminem, Busta Rhymes, Snoop und Ludacris zählt er zum Beispiel auch Bands wie Korn zu seinen Lieblingsbands. Mit 12 Jahren kommt er dann im Jugendhaus in Aschaffenburg zum ersten mal in Kontakt mit der HipHop-Kultur. Seine Lieblingskünstler zu dieser Zeit sind u.a. Public Enemy, Eric B. & Rakim oder DJ Easy Roc & Rob Base.

Erster Kontakt mit RAP

Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatt Olli Banjo 1993 mit seiner damaligen Crew „Maximale Lautstärke“ mit 16, zu Zeiten, wo deutscher Hip Hop durch Bands wie die Fantastischen Vier, Advanced Chemistry, Die Coolen Säue (DCS) und Fresh Familee in der Öffentlichkeit etwas bekannter wurde. Bei dem Gemeinschaftsprojekt „Die Deutsche Reimachse“, bei dem außer Maximale Lautstärke auch die Fantastischen Vier, DCS, die Reimbanditen und Fresh Familee mitmischen, gibt es dann die ersten Lyriks von Mr. Banjo auf CD. Die Single „100% Positiv“ ist sogar auf der Bravo Hits 5 drauf und der Erlös der Single wird der Aidshilfe gestiftet (Quelle) . Zu der Single wird damals auch ein Video gedreht. Danach hört man von Olli Rambo kaum noch was. Er lebt in Aschaffenburg und versucht sich an einer Fußballkarriere. Zwischendurch macht er noch seinen Führerschein und Abitur. Später steigt er aus seiner Crew aus und tritt der WBC-Crew (Weißwurst Bembel Connection) bei, wo er u.a. mit MC Leetow freestyles kickt und an seinen Rap-Skills feilt.

2001

Jahre später, Anno 2001, rückt er wieder etwas in die Öffentlichkeit, leider (oder eher zum Glück) nicht als Fußballer, sondern als Musiker, Künstler und Rapper. Olli Balboa veröffentlicht seine erste eigene Single: „Du und mein Penis/Rotlicht“ und ist bei der fünften „Beatz aus der Bude“ Freestyle Session vertreten. BAM! er ist plötzlich mitten im öffentlichen Fokus. Sein Video wird im Fernsehen bei Mixery Raw Deluxe gespielt und die 12’’ Single wird in der Juice zur „Maxi des Monats“ gekürt. Er bekommt seine wohlverdienten P.R.O.P.S von der Szene und hat u.a. dadurch die Möglichkeit mit namhaften Künstlern wie Roey Marquis II, Curse und Plattenpapzt Tracks aufzunehmen.

Ende 2001 (Vö: 06.11.2001) bringt er dann die fünf Track starke „Schleudersitz EP“ über EMI raus. Schon damals beweist er, dass seine Raptechnik verdammt ausgefeilt ist, während er es gleichzeitig schafft Inhalt in seine Texte zu packen. Mit Wortwitz und augenzwinkerndem Rapper-Charme überzeugt er „Deine Freundin“, dass sie ihn „…und seine Beats lieber hat als deinen Piepmatz“. Flowtechnisch kickt er hier mit leichtigkeit und eleganz auf allerhöchstem Niveau und zeigt damit allen Wannabe-Rappern, wie man’s richtig macht. Aber auf der EP sind auch zwei persönliche Tracks („Meine Freiheit“ und „Alles“), die seine Gefühlswelt wiederspiegeln und Banjos deepe und nachdenkliche Seite zeigen. Auf dieser EP befindet sich auch der Klassiker „Zwei Mäc Ripp Bitte!“, ein sehr verrückter, perverser und kontroverser Track, auf dem er den Geschmack eines bestimmten Burgers einer namhaften Fast-Food Kette kritisiert, weshalb auch einige Textstellen zensiert sind. Dieses Lied zeigt die kranke Seite des vermeintlich Schizophrenen Olli B, aber er bringt damit jede Menge Menschen zum lachen und feiern. Im selben Jahr wird er dann von dem Juice-Magazin zum „Newcomer des Jahres 2001“ gewählt.

2002 – 2003

Nach einigen Feature Tracks, wie der legendäre Track „Pickel“ auf dem Album „Herzessenz“ von Roey Marquis II. oder die Hymne an unsere Lieblings-Werbetussi „Verona“ auf dem „Beats aus der Bude“-Album von DJ Lifeforce, veröffenlticht er im März 2003 (Vö: 30.03.2003) die Notruf EP als Vorgänger zu seinem Debütalbum. Auf diesem (ebenfalls) 5 track starken Extended Player befinden sich Tracks wie der Gassenhauer „Scheiße und Pervers“, als eine Art Fortsetzung von „Zwei Mäc Ripp Bitte!“ oder „Deutschland“. „Scheiße und Pervers“ ist ein ordentlicher Party-Track, welcher auf jeder vernünftigen HipHop-Party gespielt wird, Ärsche fangen plötzlich automatisch an zu wackeln. Wer nur diesen Track von Olli Bastard kennt, sich also nur oberflächlich mit seiner Musik beschäftigt, könnte wieder meinen, dass dieser Typ einen an der Klatsche hat. Na klar hat er einen an der Klatsche! Und genau das ist das lustige an den meisten seiner Tracks. Aber wer sich die EP genauer anhört, wird sich auch „Deutschland“ anhören. Das genaue Gegenteil von Olli Rambo im Vergleich zum ersten Track. Hier kritisiert er einige Missstände (tatsächlich mit Tripple-s) in Deutschland und beleuchtet sie von seiner persönlichen Seite. In dem Track werden Themen wie Rassismus und Oberflächlichkeit in Deutschland angesprochen. Auf der Single (Vö: 10.06.2003) gibt es von diesem Lied auch noch einen Remix mit Kool Savas und Italo Reno als Geastfeatures.

Im Sommer 2003 (Vö: 10.06.2003) folgt dann sein Debütalbum „Erste Hilfe“, welches er ebenfalls über EMI vertreibt. Das Album gehört mittlerweile bzw. immer noch zu dem besten, was die Deutschrapszene zu bieten hat. Rambos erstes Album ist ein sehr vielseitiges Album. Olli bedient sich hier an einem breiten Spektrum an musikalischen Möglichkeiten. Das Album enthält humorvolle („Toastbrot“), persönliche („Jesus“), sozialkritische („Deutschland“, „Aids“), booty-shakende („Dein Arsch“) und vollkommen abgefahrene Tracks („Amok“). Neben Tracks wie „Neu & Fresh“ und „Wie ein Vogel“, in denen er einfach nur abflowt und nebenbei noch die deutsche Rapszene ein wenig durchleuchtet (Zitat: „[…]denn die beats und lyrics sind ausgelutscht und der spirit ist ausgeguckt, alles klingt gleich und aufgeputscht[…]“), findet man auf dem Album auch sehr intime Tracks wie „Kinderzimmer“ oder „Jesus“. Zum Beispiel ist „Kinderzimmer“ ist eine Art Liebesbrief an seine Mutter, in dem er sich für ihre bedingungslose Liebe bedankt. Außerdem zeigen uns Olli und Cuse bei „ABC“, dass selbst Alliterationen mit X möglich sind. Und nicht zu vergessen „Dein Arsch“, eine Hommage an das weibliche Hinterteil mit Arschwackelgarantie. Diesen Track veröffentlicht er unter anderem als Single, auf denen 4 Tracks zu finden sind, inklusive einem exklusiven Track („Nur Musik“ – sehr dope). Dazu gesellen sich auf dem Album dann noch Tracks, in denen er fiktiv „Amok“ läuft oder sich mit einem ganz besonderen „Toastbrot“ über die Trennung von seiner Freundin hinwegtröstet, jeweils sehr humorvoll umgesetzt.

Alles in allem ist es ein ziemlich dopes Album geworden und wer Rapfan ist, sollte es auf jeden fall wenigstens mal gehört haben, um sich selber mal ne Meinung zu bilden. Die Lyrische Dichte und die thematisch präzise treffenden Texte, welche von sehr guten Beats begleitet werden, lassen sich nicht bei einmaligem anhören erfassen, weshalb man sich dieses Album mehrfach bewusst anhören sollte, um zu erkennen, wie Olli seine Tracks überhaupt meint und um seine Vielseitig schätzen zu wissen. Im Juice Sonderheft Nr.1 (erschienen april 2005) wird das Album schließlich unter den bedeutendsten Alben des Jahres 2003 aufgelistet. Das Album beschert Olli nun etwas mehr Erfolg und sogar einen Chartentry in den Media Control Charts. Nachdem er schon vor dem Albumrelease einen Monat mit Curse getourt hat, ist er danach mit dem Album noch mit den Massiven Tönen auf Club Tour (09.10.03 bis 29.11.03).

2004

Bevor er seinen nächsten Release droppt, veröffentlicht er noch im WorldWideWeb den Track „Kein Gegner“ als Anwort auf Flipstars Disstrack „Ich und Olli“. Olli hat nämlich in einem Interview im Juice-Magazin das Album von Creutzfeld & Jakob „Zwei Mann gegen den Rest“ kritisiert.

Am 19.07.2004 veröffentlicht er das Mixtape „Sparring“ als Vorläufer zu seinem nächsten richtigen Soloalbum. Der Titel Sparring spielt auf die Gemeinsamkeiten zwischen Rappern und Boxern an. Mit diesem Album bzw. Mixtape zelebriert er Battle-Rap vom feinsten. Er selbst dazu: „Ey im Rap war das schon immer wichtig, Battle hat es schon immer gegeben und es ist auch für mich persönlich sehr wichtig. Wobei auf meiner Platte der ganze Aspekt natürlich freundschaftlich ist”. Auf diesem Mixtape versammelt er somit alle seine Freunde, also alles, was in Rapdeutschland Rang und Namen hat. Seine Sparringspartner sind zum Beispiel Curse, Ercandize, Kool Savas, Eisfeldt, Jonesmann, Italo Reno & Germany, SIDO und so weiter und so fort. Wer die Platte noch nicht hat, kann sich gerne einen kleinen Vorgeschmack reinziehen.

Thementechnisch findet man auf dem Mixtape wieder eine Palette an Styles. Fans des Battle Genres werden genauso bedient, wie diejenigen, die auch mal gerne was zum reflektieren hören. In „Selbstmord“, zusammen mit dem Battle-King Kool Savas, lassen die beiden ihren Frust über die deutsche Rapszene aus.

Im Track „Nashorn“ zeigt Olli mal wieder, was er wirklich so drauf hat. Auf dem Track rappt er auf einem übertrieben genial-minimalistischen Beat die meiste Zeit auf Double Time, nur zwischendurch wird er langsamer, schließlich muss auch mal ein Nashorn beim Ficken Luft holen. Das Online Portal HipHop.de stellt uns diesen Track als Hörprobe zur Verfügung. Man könnte denken, dass so was Live nicht möglich ist, aber der Junge ballert den Track einfach so aus der Hüfte, während er sich in der Nase popelt, ne Flasche Bier auf ex runterkippt und ne Kippe raucht (Dabei raucht er noch nicht mal). Unfassbar Bombe dieser Track. Aber Sparring hat noch mehr Facetten: Curse und Banjo erzählen uns in „Das Biz“, wie es wirklich im Musikbusiness läuft und exerzieren das Business-Einmaleins indem sie ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen. Auch mit Eisfeld hat Banjo einen Track aufgenommen, in dem die beiden klar stellen, dass man nicht aus Amiland biten darf, wenn man als Künstler respektiert werden will. Dann gibt’s auf dem Mixtape noch den Track „Taxi Taxi“ mit Sido, als Fortsetzung von „Taxi“ auf Sido’s Album „Maske“. Nachdem Sido eine Bank ausgeraubt hat und Olli unfreiwillig den Fluchtfahrer gespielt hat, haben sich die beiden auf Mallorca niedergelassen und lassen die Eier schaukeln. Storytelling vom feinsten und very Funny Stuff! Und das sind nur einige wenige Highlights dieser 15 Tracks starken Platte.

Die Beats stammen natürlich wieder aus Romans Feder, der es immer wieder schafft Olli und seine Sparringspartner bestens in Szene zu setzen. Beats und Raps harmonieren perfekt. Alles in allem kann man dieses Mixtape fast schon als richtiges Album bezeichnen, da es, im Vergleich zu einigen anderen Deutschrap-Alben, qualitativ sowohl text- als auch Beattechnisch, sehr hochwertig ist. Allesreal.de schreibt zu Sparring: „Olli Banjo 2004 ist der Raging Bull des Rap, mit Stamina, Willen und guten Ideen – und selbst ein als lockere Styleübung gedachtes Album wirkt schon schlüssiger als so manches Lebenswerk deutscher HipHop-Artists. Punktsieg? Wohl eher Knock Out….“

Nach dem erfolgreichen Release von „Sparring“ (sogar mit Charteinstieg) geht er am 30.09.2004 für einen Monat auf “Ich kotz doch”-Tour. Als Unterstützung hat er die Mindener Rap-Veteranen Italo Reno & Germany mit dabei. Ende des Jahres wird er von dem Juice Magazin noch unter den Top 10 der besten Rapper des Landes gewählt. Definitv verdient.

2005

Am 10.06.2005 veröffentlicht Olli Balboa die Websingle „Lass sie brennen“ mit einem Gastauftritt von seinem mittlerweile guten Homie Jonesmann. Den Track und das zugehörige Video kann man exklusiv auf MZEE.com herunterladen. Einen Monat später (am 18.07.2005) kommt auch schon die erste richtige Single „Wie ein Schuss“. Das Video wird auf den einschlägigen Musiksendern rauf und runter gespielt. Bei diesem Lied lässt Olli seine alten Heavy Metal Wurzeln raus und zeigt uns, dass er sich mit seiner Musik nicht nur auf HipHop Beats einschränken muss. Live ist dieser Track Lebensgefährlich: Menschen Springen, Pogen und gehen so heftig ab, dass man echt aufpassen muss, dass man sich nicht verletzt. Super-Witzig!

Schließlich veröffentlicht er am 1. August 2005 endlich sein lange erwartetes zweites Soloalbum „Schizogenie“. Der Titel deutet schon an, dass unser manchmal etwas Schizophren erscheinender Lieblingsrapper in Wahrheit ein Rap-Genie ist, was er uns auf 23 Tracks beweist. Zuerst wird aber sein Release gefährdet, weil unbekannte Banausen aus München das Album sieben Wochen vor dem Veröffentlichungsdatum im Internet zum Download bereitgestellt haben. Doch Olli konterte sofort und legte mit einer Limited Edition von Schizogenie nach, welche noch eine zusätzliche 10-Track umfassende Bonus-Disc enthält. Er selber bezeichnet dieses Album als sein bisher bestes und der Hörer/Fan kann sich selber davon überzeugen können. Als Feature Gäste sind Jonesmann, Xavier Naidoo und SIDO (Bonus-Disc) vertreten. „Eine eigentlich unmögliche Kombination von introvertierter Reflektion und expressivem Humor auf ein und demselben Tonträger, die Olli Banjo zum Ausnahmetalent macht“ . Gleich zu Beginn des Albums macht er „Rap kaputt“ wie mit einer „Nagelbombe“, kickt er unfassbare Reime und flowt auf den zerstörerischsten Beats, die Rap-Deutschland je zu hören bekommen hat. Stammproduzent Roman Preylowski versteht halt sein Handwerk. Weiter geht es mit Rapresenter Tracks wie „Lass sie brennen“ (feat. Jonesmann) und „Du willst fliegen“. Wer sich dann noch mal von Ollis Double-Time Qualitäten überzeugen möchte, sollte sich „Wie der Mann da“ anhören. Heads, die Battle-Tracks bevorzugen, werden auf dem ersten Teil des Albums bedient, welches in „Pistole“ sein absolutes Highlight erlebt. „Ich hab eine Pistole, du hast keine Pistole“ – Eine simple, banale, aber gerade deshalb so geniale Punchline. Humorvoll nimmt Olli auf diesem Track andere Rapper auf die Schippe und beweist dabei, was man alles mit der deutschen Sprache anrichten kann.

Vor Ollis kranken Lyrics sind weder die „Polizei“ noch Töchter von Chinesischen Einzelhändlern aus „Hong Kong“ sicher. Selbst seine Ex-Freundin, die ihn mit einem guten Freund betrogen hat, kriegt ihr Fett weg („Scheiß auf dich“). Außerdem rollt er wieder das Thema AIDS („Es gibt kein Aids“) auf, welches anscheinend aus dem Bewusstsein der deutschen immer mehr zu verschwinden scheint, obwohl sich heutzutage immer noch jede Menge Menschen an diesem Virus infizieren. Darüber hinaus findet man auf Schizogenie sowohl Tracks, in denen Olli sein inneres nach außen kehrt („Schönes Kind“, „Rapliebe“) oder anderen Menschen Hoffnung schenkt („Special“, „Ich wünsche mir“), als auch Tracks, in denen er seine „Fresse“ aufreißt oder die deutsche Musikszene kritisiert („Hitmachine“). Ein weiteres Highlight ist „10 Minuten“ mit SIDO, in dem beide fiktiv über die letzten 10 Minuten ihres Lebens erzählen. Summa summarum ein sehr unterhaltsames, abwechslungsreiches und innovatives Album auf einem sehr anspruchsvollen Niveau. Mit Schizogenie gelingt ihm sein bisher größter kommerzieller Erfolg: Platz 39 der Mediacontrol Albumcharts als höchster Nationaler Neueinsteiger. Das alles wohlgemerkt auf dem Independent Label Headrush Records, ohne große Promotion in den Medien. Respektable!

Am 23.9.2005 geht er wieder für einen Monat auf Schizogenie-Tour. Als Unterstützung hat er „Pat Cash“ und „Patrick mit Absicht“ dabei. An einigen Terminen hat ihn auch Pyranja supportet.

2006

Anfang des Jahres 2006 wärmt sich Olli mal wieder für seinen nächsten Kampf auf. Im Juni gibt er auf seiner offiziellen Webseite seinen Fans Einblicke in die Produktionsphase von „Sparring II“, das langerwartete Mixtape, welches die Wartezeit auf sein nächstes Album ein wenig verkürzen bzw. versüßen soll. In 4 Videos zeigt er uns, was in den Headrush Studios so abgeht, er gibt uns einen kleinen Einblick in seine E-Gitarren-skills und zeigt uns, wie man seine Headphones beim recorden zu tragen hat, „damit die Schallwellen direkt ins Gehirn ohne Umwege in die Gehörgänge gelangen“. Darüber hinaus sind Ercandize, Afrob und Samy Deluxe zu sehen, wie sie ihre Rapparts ins Mikrofon spitten. Seine Fans können Sparring II kaum erwarten. Einige Tage später ist es auch schon fast soweit: Die Weltpremiere des Videos zu „Königsklasse“ ist auf mzee.com zu sehen und bald darauf auch schon auf allen gängigen Musiksendern (VIVA zählt nicht). Und wer sich zu der Zeit das Snippet zu Sparring 2 anhört kriegt plötzlich spitze Nippel, weil er sich auf den 09.06.2006 freut, das Releasedate von „Sparring II“.

Er hat mal wieder die Creme de la Creme der deutschen Rapszene in den Ring geholt: SIDO, Samy Deluxe, Ercandize, Illmatic, Italo Reno & Germany, Seperate, Blade, Jonesmann, Harris, Bintia, DCS, Curse, Franky Kubrick und deutschlands besten Backup MC Manolito Mengele. Ein ganz besonderer Schmankerl ist ein Track mit dem Schweizer EKR. Ein sehr viel versprechendes Lineup also. Mit dieser Platte setzt Olli „die Messlatte gegen Vollmond“! Olli und seine Sparringspartner sind topfit, jede Punchline sitzt und die Uppercut-Beats brechen Kiefer. Ein sehr vielfältiges Mixtape: Auf treffsicheren Battletracks („Unmöglich“ feat. Samy, Königsklasse“ feat SIDO) kann man sich davon noch einmal vergewissern, dass Ollis flow „einfach nur unglaublich, Unmöglich und niemals da gewesen, nie zuvor gesehen, wie ein paar chinesen die spanisch reden“ ist. Auf Crazy Representer-Stücken wie „Im Training“ und „Wer isses?“ stellt sich „ein sehr sehr dickes fettes Mädchen namens Banjo“ gewohnt gewitzt seinen Zuhörern vor und behandelt Themen, auf die andere Menschen noch nicht einmal in ihren krankesten Drogenfantasien kommen würden (Oder habt ihr euch schon mal in einen Baum verliebt?). In „Ficki Ficki“ erzählen er und der Schweizer EKR uns eine lustige Story über einen Puffbesuch. Leider versteht kein Mensch den Part von EKR, noch nicht mal Olli selber. Afrob und Olli liefern uns den „Sound für deinen Rucksack“ und die absolute BanjoFan.de Grillparty-Hymne ist auf jeden fall der BBQ-Song mit Harris und Bintia. Spätestens seit „der Song, der von nix handelt“ weiß jeder, dass Olli nicht nur lustige Texte schreiben, sondern auch freestylen kann – „die perfekte Begleitung beim Hodenrasieren“. Und wer wissen will, was Olli so den ganzen Tag macht, muss sich unbedingt „Bett“ reinziehen („Ich will morgens aufstehen, rülpsen, furzen, einen geblasen kriegen…“). 54 Sekunden, die sich sehr lohnen! Oder das verdammt sicke „Blut auf Beton“, ein dunkel-fantasievolles und utopisches Gemälde unserer noch schönen Welt, wie sie in 2000 Jahren aussehen könnte. Ansonsten spricht Olli uns allen mit „10 km und mein Walkman“ aus dem Herzen, wenn er über seine Liebe zu Musik rappt, er und DCS geben uns Einblicke und Tipps zum „Erwachsen werden“ und in „Die Welt ist deins“ vermitteln uns Olli Rambo und Franky Kubrick, dass jeder, wenn er für seine Träume kämpft, diesen auch verwirklichen kann („Fuck Einzelhandelskaufmann, ich scheiß auf nen Bauplan und leb meinen Traum mann“). Beide gehen mit bestem Beispiel voran.

Ein Album, das so ziemlich jedes Rap-Herz höher schlagen lässt. Produziert wurde die LP wieder von Roe Beardie, einige Beats kommen von Übersee (Ludacris – No. One Spot oder Nas – Ouchy Wally) und zwei Beats stammen aus Benni Blancos Feder (Bozz music). Das Traumduo Banjo & Roe Beardie haben innerhalb von 4 bis 5 Monaten mit Sparring II einen qualitativ sehr hochwertigen Longplayer kreiert und die harte Arbeit wird belohnt: Ollis Video zu „Königsklasse“ läuft öfters bei Get The Clip auf VivaPlus, er wird zur HipHop Sendung „Urban“ auf MTV eingeladen und Sparring II landet auf Platz 42 in den Charts. Am 17.06.2006 veröffentlicht er die Websingle zu „Wer Isses?“ inkl. Video (Link zum Download , 18 MB), welches zusammen mit einem Olli Banjo Special auf Rap.de zu sehen ist. Traditionell tritt er 2006 auf der Rheinkultur in Bonn auf und beweist, dass er einfach die geilste Liveshow hat. Nach krasser „Pogoaction und totalem durchdrehen“ konnten die Veranstalter nicht anders als dem Wunsch der Menge nach einer Zugabe nachgehen, so dass Olli 15 Minuten überziehen muss – zum Glück! Außerdem tritt Olli auf dem Splash 2006 auf, wo er fast schon seit 2002 zum Stamm-Lineup gehört. Leider haben die Veranstalter ihm nur eine mittelmäßige Auftrittszeit zur Verfügung gestellt, was den einen oder anderen Fan ein wenig enttäuscht hat. Das hat Olli aber nicht daran gehindert, ganz Chemnitz auseinander zu nehmen. Nach seinem Auftritt war die Crowd so kaputt, dass viele erstmal ne pause brauchen, um wieder Energie zu sammeln, was sich dann in den Zuschauerzahlen des nächsten Acts niedergeschlägt.

Am 23.09.06 geht Olli bis zum 01.11.06 auf Sparring II – Tour. Als Support hat er diesmal Lisi und She-Raw dabei. Im Internet (zum beispiel http://www.youtube.com/) kursieren einige Videos von dieser Tour, die annähernd andeuten können, wie energiegeladen und dynamisch Ollis Livegigs sind, und wer ihn schon einmal Live aus der ersten Reihe gesehen hat, weiß genau was ich meine. Und da Olli einen sehr guten Draht zu seinen Fans hat, geht er nach jeder Show noch mal raus um mit seinen Fans ein bisschen zu quatschen, Fotos zu machen und Autogramme zu geben.

Zeichen der Zeit

Am 20.10.2006 erscheint die Single „Ich trage dich“ von „Zeichen der Zeit“, ein „Allstar“-Projekt initiiert von der Band „Allee der Kosmonauten“ und Xavier Naidoo. In dem Projekt geht es darum einer von jüngeren Zielgruppe, den Glauben an Gott und Gemeinschaft näher zu bringen, einen Dialog über christliche Werte in den Medien zu schaffen, und den Menschen etwas über das Vertrauen an Gott und Jesus zu erzählen. Dabei fließen eigene Erfahrungen in tiefsinnige Texte, welche Hoffnung und Kraft schenken sollen, indem Wahrheiten auf den Punkt gebracht werden und die Nähe der Künstler zu Gott beschrieben wird.

Und was zum Teufel hat das ganze mit Olli Banjo zu tun? Ganz einfach: Olli gehört jetzt nämlich auch zu der ZDZ-Community zusammen mit den Künstlern Della Miles, Patrick Nuo, Danny Fresh, Cassandra Steen und der Allee der Kosmonauten. Ollis Glaube an Jesus wird schon früh auf seinem ersten Album im Track „Jesus“ deutlich und auf seinem Schizogenie Album deutet Olli an, dass er mit Xavier an was Großem arbeite. Neben der Musik scheint sein Glaube ein großer Teil in seinem Leben zu sein: „Es ist super mit anderen Musik für eine gute Sache zu machen. Der Glaube spielt in meinem Leben die größte Rolle. Ich habe mich für Jesus entschieden und stehe in ständigem Kontakt mit ihm. Jesus macht mein Leben aus. Zeichen der Zeit sind für mich Menschen, die nicht scheinheilig sind, die bekennen, dass sie Fehler haben – dass sie Sünder sind und im gleichen Atemzug ihre Liebe zu Christi und seine Liebe zu uns proklamieren.“

Am 17.11.06 erscheint das Album „David Generation“. Unser Olli ist in insgesamt 9 von 15 Tracks vertreten, von denen einer ein Solo-Track ist. Meist sind es relativ kurze Strophen von Olli, die aber gewohnt auf hohem Niveau Wahrheit überliefern und seinen anderen Texten in nichts nachstehen.

Man könnte meinen, dass jemand, der sonst so kontrovers-perverse Texte wie Olli schreibt, gar kein Christ sein könnte (Gästebuch Eintrag auf http://www.zeichen-der-zeit.com/: „Kann uns vielleicht jemand hier sagen, ob Olli Banjo ein Christ ist? Wir finden die Lieder von ZDZ sehr gut, da sie inhaltlich sehr viel Wahres bezeugen. Doch bei Olli Banjos Songs, die er außerhalb von ZDZ produziert, waren wir uns nicht ganz sicher.“) Wenn man Ollis Texte einfach oberflächlich betrachtet, kann dieser Eindruck entstehen, aber da er durch seine exzessive Vielseitigkeit viele Gedanken hat und diese raus müssen, sollte man auch mehr zwischen den Zeilen lesen um zu verstehen, wie er bestimmte Dinge in Wahrheit meint. Der Punkt dabei ist, dass Christ zu sein nicht unbedingt durch bestimmte „christliche“ Themen beschränkt sein muss und Ollis uneingeschränkter Freigeist schafft es immer wieder, selbst sensible Themen wie Liebe, Hoffnung, Jesus und Gott zu bearbeiten, ohne dabei in irgendeiner Form unecht oder gestellt zu wirken. Das schaffen nur eine handvoll Rapper in Deutschland.

Die erste Single „Ich trage dich“ steigt zwar in den Singlecharts auf Platz 56 ein, doch leider wird das Projekt relativ wenig promotet, so dass man in den Medien, außer der Single und dem Video, nur wenig mitbekommt. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass die einzelnen Künstler viel zu sehr mit ihren eigenen Projekten beschäftigt sind, so dass es nicht möglich ist, passende Termine für eine Promotion-Tour oder ähnliches zu finden (Olli selber ist zu der Zeit auf Sparring II Tour).

2007

Am 20.01.2007 feiert Olli im Stadgarten in Köln seinen 30. Geburtstag und lädt alle seine Freunde, Fans und Rap-Kollegen ein, um mit ihm seinen Geburtstag zu zelebrieren. Blade, Seperate, Jonesmann und natürlich seine Homies Manolito und DJ Flow sind als Support-Acts mit am Start. Eine Party, die man als Fan nicht verpassen sollte. Olli und sein Team um Headrush haben ein Event der Extraklasse auf die Beine gestellt. Ollis Kommentar dazu: „1. Der Laden war Ausverkauft !!! 2. Die Stimmung war UNFASSBAR !!! 3. ich hab die geilsten Fans der Welt !!! Im ernst ich bedanke mich bei euch. Gestern war der übershit. ich bin froh und stolz so eine hammer Fanbase zu haben !!! wir sehn uns ihr seid Familie !!! PS : “Wer hat die geilste Liveshow ???” ;-)

Meine Eindrücke von dieser Party sind eine Brille, die fast einen Breakdance hingelegt hat, eine Cappy, die nicht mehr zu gebrauchen ist und ein T-shirt, bei dem die Schweißflecken erst bei 90° Wäsche nicht mehr zu sehen sind. Die Crowd ist so was von abgegangen, Menschen schreien um Hilfe, weil sie von der Pogenden Menge erdrückt werden, einer der Fans verliert einen Schuh, ein anderer ein (Holz-)Bein, das „Motherfucker“ T-Shirt eines Kollegen ist mit Blut vollgespritzt. Man fühlt sich wie bei „Der Soldat James Ryan“ bei der berühmten Landung der Alliierten in der Normandie. Ein unvergesslicher und legendärer Abend.

Am 8. Juni war es dann soweit. Schon die vorab gedrehten Videos zu den Tracks „Tagesschau“ und „Lifeshow“ feat. Jonesmann ließen einiges versprechen, doch das „Monster von einem Storytelling-Album“ (laut.de) übertraf die hohen Erwartungen allesamt. So wurde die „Lifeshow“ des Herren Otubanjo in der Juice zum Album des Monats gekürt und konnte sich auch in allen anderen relevanten Magazinen und Internetseiten kaum vor Lob retten. Olli Banjos drittes Soloalbum chartete auf Position 38 der Media Control Charts, was für das Indie-Label Headrush natürlich als großer Erfolg bewertet wird!

Das Album zeigte mal wieder die unglaubliche Breite des Spektrums unseres Lieblingsrappers. Egal ob absolute Livebretter (B.S.S.K., In deine Fresse), Herzschmerz (Deine Sprache), die Auseinandersetzung mit dem Tod (Komm ans Fenster), Storytelling mit Augenzwinkern und Message (Black Boys, Don’t do drugs, Bayern München) oder Sozialkritik á la Talib Kweli (Tagesschau), Olli wusste einfach auf allen Bereichen zu überzeugen. Featuregäste waren Schivv von DCS, Houston-Rapper Chamillionaire, welchen Olli durch seinen Remix zu „Ridin‘“ kennenlernte, sowie Jonesmann.

Live konnte sich Hip Hop-Deutschland am 07.07.07 in Pouch überzeugen. Beim legendären Sparring-Set auf der Hauptbühne betraten unter anderem Manolito Mengele, EKR, Franky Kubrick und Separate den Ring, um mit dem Meister aller Klassen das Splash! zu rocken. Ein anschließender Zeltplatzbesuch festigte Olli Banjos Ruf als publikumsnahen Star.

An Halloween präsentierte MTV ein Trick or Treat der besonderen Art. Der Horror-Kurzfilm „Kingz“ zeigte Olli Banjo im Kampf gegen Chef-Vampir Bela B. Nur eine Frage blieb offen:  „Was bist‘n du für’n hässlicher Motherfucker?“

Ende des Jahres wurden über Headrush ein paar Diamanten für jeden Olli Banjo-Fan releaset. In limitierter Auflage wurden auf den „Lost Tapes“ bisher unveröffentlichte Tracks von 2000-2004,die 1st Versions von „Selbstmord“, „Baseballschläger“, „Kein Wort“ und „Moves“, sowie das Instrumental des Bangers „Königsklasse“ auf einen Silberling gepresst.

2008

Das Jahr 08 brachte den Banjofans ein weiteres Highlight für das CD-Regal. Am 25.04.08 kam der dritte Teil der Sparring-Reihe auf den Markt. Es wurde wieder geboxt, bis einer weinte. Die Boxhandschuhe stülpten sich die wunderschöne Berlinerin Jasmin Shakeri, die Optik-Crew um Savas, Caput und Moe Mitchell, die Kannibalen in Zivil, Deutschlands bester, ungesignter Rapper Laas UNLTD, Sektenmitglied und Penis-in-den-Bauch-Rammer B-Tight, die beiden Stuttgarter Maeckes und Plan B, der Frankfurter Battle-King Greg Pipe, Frankfurts echter Musiker Jonesmann, Ollis Tourpartnerin aus 2006 Lisi, Konkret Finn-Rapper und Flow-Virtuose Tone, der Abiturient F.R., die cleane Version von Marsimoto aka Marteria, Mindens Finest Curse, die Westcoast-Legende und Cali Agent Planet Asia, der Retrogott, der übrigens bei der Release-Party auf seinem Fahrrad zum Stadtgarten fuhr, der Hamburger Axt-Mörder PMA, WBC-Mitglied Madness, sowie natürlich Manolito Mengele und DJ Flow die Boxhandschuhe über die Fäuste. Auch die Solotracks der Platte wussten zu überzeugen. So setzte sich Olli mit seiner Graffiti-Vergangenheit auseinander, ging boxen und ernannte George Lucas zum Arschloch. Die Platte chartete auf 43 und wurde in der Juice zum Mixtape des Monats erkoren.

Im Oktober ging es dann auf große Life is Live-Tour mit dem Diplom-Ingenieur (obwohl er noch gar kein Abi hatte) F.R., der kurz vorher auf DEAG einen 360°-Deal unterzeichnete, und Selfmade-Artist und Pott-Asi Favorite. Deutschlands Clubs wurde abgerissen und das Abschluss-Konzert der Tour im Underground in Köln erlebte einen freizügigen Back-Up-MC, welcher aber nicht vergaß ein „Happy Birthday“ für seine Mutter anzustimmen.

2009

Ende Februar im letzten der Nuller Jahre releasten die beiden Schwergewichte des deutschen Raps Olli Banjo und Jonesmann ihr Kollabo-Album „4 Fäuste für ein Halleluja“. Über Jonesmanns eigenes Label „Echte Musik“ brachten die 4 Fäuste der 2 Rapper 17 Tracks mit 0 Features. Die erste Single „Vögel“ wurde mit einem an Sin City angelehnten Video der Mannheimer Fame Fabrik ausgestattet. Auch der emotionale Track „Mehr Tränen“ erschien als Single inklusive einem Remix, welcher Curse featurete. Auch „Das Wesentliche“, welches die Sicht der beiden Rapper auf ihren ganz persönlichen HipHop erklärte, wurde als HHNoise.de-Exclusive visualisiert.

Das Splash! 09 buchte nach einem Jahr Abwesenheit wieder ihren heimlichen Headliner. Dabei bekam Olli den Sonntags-Headliner-Slot der „kleinen“ Bühne. Da hatte sich die Splash-Crew aber verkalkuliert. Während bei Clueso nur wenige Hundert Zuschauer vor der Hauptbühne standen, quetschte sich der Großteil von HipHop-Deutschland auf den Hang am See um mit der besten Liveshow ihr Festival-Wochenende zu beenden. Auch ein heftiger Regenschauer, welcher passend zu „deine Sprache“ einsetzte, hielt die Masse nicht davor zurück, Deutschlands Number One gebührend zu feiern.

Am 24. Juli war es dann soweit. Der Tag der Freundschaft. Und was tut ein guter Freund? Richtig, Geschenke verteilen. Von deinen Freunden Olli, Haze, Miguel, Bärbel und Steddy gab es dann sogar vier. Vier Gratis-Downloads sollten den Fans einen ersten Einblick auf Ollis heiß erwartetes Rock-Projekt „Dein Freund“ geben. Die Tracks „Tiefer gehen“, „Nicht allein“, „Du hörst nicht zu“ und „Der erste Stein“ präsentieren Message über Gitarrenriffs. Falls ihr dachtet, ihr wüsstet nun, wie Ollis Rock-Sound klingt, habt ihr euch leider geschnitten.

Das Rockalbum wird für Ende 2010 angepeilt, der Sound soll sich seit den 4 veröffentlichten Songs nochmals extrem verbessert haben!

2010

Kool Savas brachte am 12.März 2010 seinen dritten Teil der Mixtape-Reihe „Die John Bello Story“ über Essah-Entertainment heraus. Was hat das nun mit Olli Banjo zu tun? Der Herr wurde auf 6 Tracks gefeaturet (den beiden Singles „Immer wenn ich rhyme“ und „Technopilot“, sowie dem Kinski-Brett „Mach doch deinen Scheiss“, „Myspace“, „Merk dir meinen Namen“ und „Immer das Schlechte (Stop Stop)“) und ist einen Monat lang in Gesellschaft Franky Kubrick, Moe Mitchell und Kool Savas durch die Hallen Deutschlands getourt, um die Platte zu promoten.

Zwischen Rock-Musik und Bellonieren hat es Olli Banjo auch noch irgendwie geschafft sein viertes Soloalbum an den Start zu bringen. Das ursprünglich „Der Agitator“ benannte Album wird am 28. Mai erscheinen. Die erste Single hört auf den Namen „Sag B.A.N.J.O.“ und lädt in die Kopfdisco ein. Na dann, sag‘ ich ma: „B.A.N.J.O.“!